Die Heldenreise eines Expatriates: Nächsten Monat geht’s los oder, „Bleib mir bloß mit den Soft Facts vom Leib!“ 4/13

August 9th, 2013 § 3 comments

veer (C) 3563761

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Im Film …
Trotz Zeichen und Hinweisen auf die zukünftige wichtige Rolle, die auf den Helden zukommt, wird in den Filmplots nun erst einmal der Widerstand des Protagonisten deutlich. Er möchte sich nicht auf die Reise machen, zweifelt an sich selbst oder findet andere Gründe dafür, weshalb er sich der Herausforderung nicht stellen kann.

Luke Skywalker fühlt sich in Star Wars, Episode IV seinem Onkel verpflichtet und möchte auf Tatooine bleiben, um seiner Familie weiterhin zur Seite stehen zu können.

Im Leben des Expats…
Viele Dinge sind wichtig vor einer Entsendung, dazu gehört auch die Beschäftigung mit den kulturellen Unterschieden, die Auswirkungen der Entsendung auf die Familie und die Arbeit im Zielland.

Und doch scheinen zunächst so viele andere Dinge wichtiger als sich ausgerechnet mit diesen weichen Faktoren zu beschäftigen. In der Tat ist das auch so: Ohne Aufenthalts- und Arbeitserlaubnis braucht man sich gar nicht erst um etwas anderes zu bemühen. Ohne vertragliche Absicherung, entwickelt sich die Entsendung zu einem Desaster. Ohne sich um die Familie und ihre Absicherung zu kümmern kann man sich nicht auf die Reise machen und so weiter und so fort.

Also kümmert man sich zu Recht erst einmal um diese Dinge. Die „drohende Gefahr“ wird ausgeblendet und wirkt so auch gar nicht sonderlich bedrohlich.

Die Unterstützung …
Was bedeutet in dieser Zeit die Aufforderung, ein interkulturelles Training bzw. eine Entsendungsvorbereitung zu absolvieren?

In erster Linie wohl Stress! Zu den ganzen Dingen, die erledigt werden müssen, kommen jetzt auch noch ein oder zwei Tage Training. Wann soll das denn noch gemacht werden? Der innere Widerstand gegen ein klassisches 2-tägiges Training dürfte entsprechend ausfallen.

Hiermit ist auch abgesteckt, was die Wirkung eines interkulturellen Vorbereitungstrainings zu diesem Zeitpunkt – noch mal, dies ist der Zeitpunkt, zu dem die Helden noch kein Bewusstsein für die besonderen Herausforderungen für sich hatten – sein kann. Wissen wird gemehrt, Fragen können beantwortet werden, im Idealfall versucht man, aufkommende Probleme zu antizipieren und bereits Lösungswege zu erarbeiten.

Was sicherlich nicht gehen wird, ist die Haltung der Helden (= Teilnehmer des Vorbereitungstrainings) zu beeinflussen oder gar zu ändern. Dazu besteht aus ihrer Sicht überhaupt kein Anlass.

Angebracht ist daher ein Format, das den Teilnehmer nicht zusätzlich unter Stress setzt und ihm ermöglicht die oben genannten Ziele zu erreichen: Fragen beantwortet zu bekommen, Wissen zu mehren, Pläne zu machen und eventuell Ängste zu nehmen bzw. Mut zu zusprechen.

Viele Grüße

Steffen Henkel

erfolgreich-verändern ist ein Blog der crossculture-academy


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§ 3 Responses to Die Heldenreise eines Expatriates: Nächsten Monat geht’s los oder, „Bleib mir bloß mit den Soft Facts vom Leib!“ 4/13"

  • Anne Niesen sagt:

    Steffen,
    ja, ich stimme zu: Vor Ausreise wird es nur bei den wenigstens fruchtbar sein, auf einer wirklich wirkungsvollen Ebene (Haltung) zu arbeiten. Stärkung ist hier oft die Devise. Gerade wenn mitausreisende Partner anwesend sind. Hier erlebe ich häufig, dass es hier einfach wichtig ist das Gefühl zu geben „ihr schafft das gemeinsam!“.

    Den Unterschied sehe ich auch in der Form: Bucht – wie meist – jemand ein „Training“ erwartet er/sie Input und Stärkung und stellt sich nicht darauf ein, sich selbst Fragen zu stellen. Hat jemand mehr Erfahrung und weiß, worauf es wirklich ankommt, wird er ein anderes „Produkt“ für sich wählen, das eher Begleitung, Entwicklung, „Sparring“ ist.

    Das erfordert natürlich einen Helden auf dem nächsten Heldenlevel ….(für die Star Wars Analogie bist du zuständig…;)

    Anne

    • wirkungen wirkungen sagt:

      Hallo Anne,

      stimmt, das sehe ich auch so. Es ist dann etwas anderes gefordert als ein „Training“. Standardmäßig wird einfach mal ein „Training“ gebucht. Es wird nicht darüber nachgedacht, was die Entsandten wirklich gebrauchen könnten, geschweige denn bei der Benennung der Maßnahme ein Unterschied gemacht. Das könnte ja auch egal sein, wenn sich dann nicht in dem „Training“ herausstellt, dass etwas ganz anderes gewünscht oder notwendig wäre.

      Um den Bedürfnissen der Teilnehmer wirklich gerecht zu werden, sollte daher auch eine Trennung in Trainingsteil, einer Maßnahme zur Stärkung und eine Begleitung bei der Persönlichkeitsentwicklung erfolgen. Unter anderem in dem Blogpost Warum kein interkulturelles Coaching? habe ich darauf hingewiesen.

      Warum so eine Trennung nicht öfters gemacht wird, ist mir immer noch schleierhaft. Dass den Entsandten damit besser geholfen ist und sie bzw. er letztlich einen besseren Job im Ausland machen kann, ist offensichtlich.

  • […] Der Held entwickelt Widerstände und möchte dem Ruf zuerst nicht folgen. (Refusal of the Call) […]

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